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Flüchtende aus der Ukraine

Vier Jahre bockige Ukrainehilfe

Langfristige Lösungen, die ein selbstständiges Leben ermöglichen – das wünschen wir uns für Ukraine Vertriebene in Österreich. Und vor allem auch Frieden in ihrer Heimat. Frieden in Europa. Bis dahin scheint es noch ein weiter Weg zu sein.

Andauernder Krieg

Russlands Krieg gegen die Ukraine dauert nun schon seit 2022 an. Millionen Menschen mussten fliehen – für rund vier Millionen wurde in der EU ein temporärer Schutzstatus eingerichtet. Der sogenannte Vertriebenen-Status wurde zwar ein weiteres Mal verlängert – aktuell bis 4. März 2027 – doch diese Verlängerung verschiebt die Verantwortung nur nach hinten. Spätestens in einem Jahr muss die EU eine dauerhafte Lösung finden. Für die Betroffenen ist die Situation aber schon jetzt äußerst schwierig.

Mit dem Vertriebenenstatus gehen ein paar Privilegien gegenüber Asylwerber*innen einher, wie dem sofortigen Zugang zum Arbeitsmarkt, doch perspektivisch macht er es den Ukrainer*innen schwer. Durch seine Begrenztheit wirkt er nicht als langfristiger Aufenthaltstitel wie zum Beispiel ein Asylstatus, und er bindet Vertriebene in der staatlichen Grundversorgung (GVS).

System mit starren Grenzen

Die Grundversorgung war nie dafür gedacht, Menschen über Jahre hinweg ein Leben zu ermöglichen. Genau das ist aber mittlerweile Realität.

Um wirklich ankommen zu können, brauchen Ukrainer*innen die Möglichkeit, sich aus ihrem provisorischen Status als Vertriebene ein nachhaltiges Leben aufbauen zu können. Das Armutsrisiko für Menschen in der Grundversorgung ist nämlich enorm groß.

Besonders hart trifft es:

  • Mütter mit Kindern, die zwar arbeiten wollen, es sich aber kaum leisten können: Sobald sie in die Erwerbsarbeit einsteigen, verlieren sie fast alle sozialen Hilfsleistungen – inklusive ihres Wohnraums. Rücklagen für Kaution oder Wohnungseinrichtung anzusparen ist in der Grundversorgung schlicht unmöglich. Von heute auf morgen auszuziehen ebenfalls.
  • Senior*innen, Verwundete, pflegende Angehörige und weitere vulnerable Gruppen, die kaum Chancen haben, ihre Situation aus eigener Kraft zu verbessern und oft dauerhaft im Existenzminimum feststecken.

Hinzu kommt ein weiteres Problem: Ukrainer*innen in der Grundversorgung dürfen nicht ohne Weiteres in die Ukraine zurückreisen – nicht einmal, um für österreichische Behörden dringend benötigte Dokumente zu besorgen oder gar ihre Familie zu sehen. Tun sie es doch, fallen sie sofort aus dem GVS-System. Leistungen müssen neu beantragt werden, Unterkünfte gehen verloren, Menschen stehen von einem Tag auf den anderen ohne jede Absicherung da.

Auch ohne Rückreise werden Leistungen häufig gekürzt oder zurückgehalten, weil Dokumente wie Pensionsnachweise fehlen. Diese aus einem aktiven Kriegsgebiet zu beschaffen, ohne selbst vor Ort sein zu können, ist oft schlicht unmöglich.

Unterstützung, die wirkt

Ungefähr 70 Ukraine-Vertriebene finden bei uns im betreuten Wohnen des Vereins Ute Bock Stabilität. Wir geben Menschen die Zeit, die sie brauchen: Deutsch lernen, Arbeit finden, etwas ansparen. Viele schaffen dadurch schnell den Sprung in die Selbstständigkeit und ziehen wieder aus – nicht, weil sie müssen, sondern weil sie können.

WGs als harmonische Erfolge

Ein besonderes Projekt konnten wir im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit dem Fonds Soziales Wien (FSW) starten. In zwei Wohngemeinschaften des Verein Ute Bocks leben aus der Ukraine Geflohene beisammen. In einer Frauen-WG wohnen fünf allein Angekommene mittlerweile wie eine große Familie zusammen. Die Frauen geben sich gegenseitig Rückhalt und das Vertrauen zueinander stärkt sie. In einer weiteren WG leben zwei alleinerziehenden Mütter, ihre Söhne und eine ältere allein geflüchtete Frau. Die Kinder nennen sie inzwischen „Oma“.

Diese Beispiele zeigen, wie harmonisch ein Zusammenleben dank intensiver Betreuung und Beratung aussehen kann. Jedoch bleiben auch hier die starren Grenzen des Grundversorgungssystems aufrecht.

Mädchen aus der Ukraine

Viele sind vor dem Krieg in der Ukraine nach Europa geflüchtet. Sie wurden Nachbar*innen, (Schul-)Kolleg*innen und Freund*innen. Für sie braucht es langfristige Lösungen!
Foto: Oleg O.

Wie geht es weiter

Der Krieg dauert an. Wien schließt sein letztes Erstaufnahmezentren. Der Vertriebenen-Status bleibt eine temporäre Notlösung, die Menschen daran hindert, wirklich anzukommen. Zwar hat die EU beschlossen, dass bis 2027 Lösungen für dauerhafte Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen werden sollen – doch wie diese aussehen, weiß derzeit niemand.

Was sich die meisten Vertriebenen bei uns wünschen: Frieden in ihrer Heimat, echte Möglichkeiten anzukommen, einen Job zu finden, eine gute Zukunft für ihre Kinder zu sichern.

Was wir wissen

Die Menschen aus der Ukraine brauchen echte Perspektiven. Sonst drohen Armut, soziale Isolation und Obdachlosigkeit – mitten in Europa. Sie bauen sich trotz aller Widrigkeiten ein Leben auf, sind seit mittlerweile Jahren Kolleg*innen, Nachbar*innen, Mitschüler*innen und Freund*innen. Für sie muss es langfristige Lösungen in der EU geben!

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