Das Ute Bock Team beim Vergiss Mein Nicht pflanzen im Belvedere

Gesellschaftliche Rolle von Testamentsspender*innen steigt weiter

Flüchtlingsprojekt Ute Bock und die „Initiative für das gute Testament“ sagen in Wien symbolisch Danke mit blühenden Vergissmeinnicht.

Wien, 6.5.2021 - „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ hat heute ein Zeichen des Danks gesetzt und symbolisch Vergissmeinnicht-Pflanzen vor dem Belvedere Wien gepflanzt. Im Namen aller 96 Mitglieder-Organisationen sagt die Initiative damit Danke an Österreichs Testamentsspender*innen, die mit einem Vermächtnis wohltätige Anliegen nachhaltig unterstützt haben. Seit Jahren wächst das Interesse in der Bevölkerung an der Möglichkeit der Testamentsspende. 10% des jährlichen Spendenvolumens von 750 Mio. Euro kommen bereits über testamentarische Zuwendungen zusammen.

„Jeder zehnte Spendeneuro stammt mittlerweile von einer Testamentsspende!“, weiß Vergissmeinnicht-Projektleiter Markus Aichelburg. Rund 2.000 Menschen bedenken jährlich eine gemeinnützige Einrichtung in ihrem letzten Willen. Ihnen sagte die Initiative „Vergissmeinnicht“, die seit 2012 über Testament, Erbrecht und die Möglichkeit der Testamentsspende aufklärt, heute symbolisch Danke mit blühenden Vergissmeinnicht-Pflanzen. „Mit ihrem Vermächtnis haben die Testamentsspender*innen über ihr eigenes Leben hinaus Gutes bewirkt und mitgeholfen, wichtige wohltätige Projekte zu realisieren. Österreichs gemeinnützige Organisationen sind ihnen zu großem Dank verpflichtet!“, betont Aichelburg. Corona bedingt fand heuer keine Gemeinschaftsaktion statt. Projektleiter Markus Aichelburg pflanzte die Vergissmeinnicht vor dem Schloss Belvedere stellvertretend für alle Mitglieder der Initiative.

Vermächtnisse wirken über das eigene Leben hinaus
Die für Spendenorganisationen oft unerwartet kommenden Testamentsspenden bilden vielfach den Samen für neue, außergewöhnliche NPO-Projekte, sei es im Sozialbereich, in der Entwicklungshilfe oder im Tierschutz. Die meist moderaten Vermögen, die vererbt werden, bereichern gleichzeitig die laufenden Tätigkeiten und Hilfsleistungen gemeinnütziger Einrichtungen ungemein.
Thomas Eminger, Geschäftsführer Flüchtlingsprojekt Ute Bock, betont den großen Stellenwert testamentarischer Zuwendungen: „Wir vom Flüchtlingsprojekt Ute Bock helfen Geflüchteten mit einem Dach über dem Kopf, vielfältiger Beratung und Deutschkursen. Im Corona-
Jahr verschärfte sich die Situation für viele Flüchtlinge, auch wir standen vor großen Herausforderungen. Doch wir dürfen bei allen Schwierigkeiten nicht die Menschlichkeit vergessen. Ein Vermächtnis für das Flüchtlingsprojekt schenkt Menschen, die oft alles zurücklassen mussten, Hoffnung und neue Perspektiven.“

Das Ute Bock Team beim Vergiss Mein Nicht pflanzen im Belvedere

Das Ute Bock Team pflanzt Vergissmeinnicht als Dankeschön für Testamentsspender*innen.
Foto: Schedl

Einblicke in die Motive von Testamentsspendern
Eine testamentarische Zuwendung an eine gemeinnützige Einrichtung bietet die Möglichkeit, über das eigene Leben hinaus Gutes zu tun und die Zukunft mitzugestalten. Laut einer market-Studie im Auftrag der Initiative Vergissmeinnicht ist dieser Wunsch auch der zentrale Beweggrund für solch eine Spende (47% der Befragten). Bei kinderlosen Personen liegt der Wert sogar bei 67%. 39% können sich ein gemeinnütziges Vermächtnis aufgrund des persönlichen Bezugs zu einer bestimmten Organisation vorstellen. Bei den Spendenzwecken steht für Österreichs Testamentsspender der Tier- und Umweltschutz an erster Stelle (45%), gefolgt von der Hilfe für Kinder und Jugendliche (40%) und dem Bereich Gesundheit, Pflege und Soziales (33%).

Wachsendes Interesse an Erbrecht und Testamentsspende
Rund 71 Mio. Euro haben die Österreicher 2020 in Form testamentarischer Zuwendungen gegeben. Und die Zahl der Menschen, die sich für die Möglichkeit interessieren, neben Verwandten und Freunden auch gemeinnützige Einrichtungen im Testament zu bedenken, nimmt weiter zu. 13% der Bevölkerung können sich solch ein Vermächtnis vorstellen. In Wien ist das Interesse mit 22% österreichweit am größten, dicht gefolgt von Salzburg (21%). Im Vergleich dazu, ist die Idee des Gebens über das eigene Leben hinaus in Vorarlberg (4%) und Tirol (7%) noch wenig verbreitet.
Beim Thema Erben ist der Informationsbedarf in Österreich insgesamt groß: Nur 30% der Bevölkerung über 40 Jahre hat bereits ein Testament gemacht. Wien liegt mit 27% sogar unter dem Bundesdurchschnitt. 50% der Österreicher bezeichnen sich als wenig bis gar nicht über das Erbrecht informiert. Somit wissen auch die wenigsten, dass das Vermögen automatisch dem Staat zufällt, wenn kein Testament vorliegt und es keine gesetzlichen Erben gibt (allein im Jahr 2019: 13 Mio. Euro). Während der Coronavirus-Krise ist die Nachfrage nach neutralen Informationen dazu weiter stark gestiegen. Um dem Informationsbedarf gerecht zu werden, hat Vergissmeinnicht eigens eine Digitalisierungsinitiative gestartet und informiert kontaktlos und ortsunabhängig mit digitalen Notarveranstaltungen, Erklärvideo und dem neuen Online Testamentsrechner.

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