Schule statt Sirenen
„Ich will, dass meine Kinder sehen: Es gibt auch ein Leben ohne Angst!“ Ahmad floh für seine Familie aus ihrem Heimatland Syrien. Seine vier Söhne sollen einfach Kindsein dürfen, ein Leben in Sicherheit und Stabilität kennenlernen. Gemeinsam schaffen wir Chancen!
Ahmad* hat lange geglaubt, dass der Krieg in Syrien bald vorbei sei. Doch irgendwann sah er keine Hoffnung mehr. Er floh 2022 schweren Herzens allein nach Europa. „Ich habe mich aufgemacht, um ein neues Zuhause für meine Kinder zu finden – ein Daheim in Sicherheit“, erinnert sich Ahmad. Seine Erleichterung war groß, als er in Österreich einen positiven Aufenthaltsstatus bekam – ein Hoffnungsschimmer für eine neue Zukunft für die ganze Familie. Doch die Sorgen um das Leben seiner Frau und Kinder bestimmten seinen Alltag. Nur für sie ist er voraus gegangen.
Endlich Kindsein dürfen
Eine direkte Einreise nach Österreich wurde Ahmads Familie jedoch verwehrt. Ahmads Frau Rania* musste mit vier Kindern auf eigene Faust nach Europa fliehen. Alles, was die Familie besaß, floss in diese Flucht. „Ich hatte jeden Tag Todesangst. Ich wusste nicht, ob ich meine Kinder jemals wiedersehen würde, ob sie den gefährlichen Weg schaffen“, erzählt der Vater und erinnert sich an diese schreckliche Zeit. Seine Familie hat es geschafft. Im Sommer 2024 konnte Ahmad seine Frau und die Kinder endlich wieder in die Arme schließen.
Ihr großer Wunsch ist zum Greifen nah: Die Kinder sollen endlich einfach Kindsein dürfen und eine richtige Schule besuchen können. Da in Syrien wegen der anhaltenden Konflikte kein Schulbesuch möglich war, unterrichtete Mutter Rania die vier zuhause. Sie lehrte sie Schreiben und Lesen, erzählte wie wichtig Lernen für ihre Zukunft ist, wie schön Schule sein kann. Wie sich ein sicheres Leben anfühlt.
Ankommen mit Hürden
In Österreich angekommen stellte sich jedoch eine Frage zuerst: Wo sollten sie wohnen? Die finanziellen Mittel reichten nicht für alle sechs, eine eigene Wohnung war unleistbar. „Was die Familie durchgemacht hat, ist schrecklich. Leider geht es sehr vielen Menschen aus Syrien ähnlich – und manche muss ich sogar wegschicken. Umso mehr freut es mich, dass wir zumindest für Ahmad, Rania und die Kinder eine Wohnung frei hatten“, erzählt Shirin, Leiterin unserer Wohnbetreuung. Die Kürzungen der Sozialleistungen in Wien verschärfen die Situation weiter. Der Familie bleibt einfach viel zu wenig.
Wohnen, Essen, Leben – alles ist unleistbar. In solchen Situationen fragen wir uns: Wie soll Deutschlernen und Arbeitssuche mit leeren Mägen und der Sorge mit den Kindern demnächst auf der Straße zu stehen, überhaupt machbar sein? Ahmad, Rania und die Kinder konnten wir auffangen. Wir unterstützen sie mit einem sicheren Zuhause, Lebensmitteln und dem Notwendigsten. Doch unzählige Betroffene der Kürzungen stehen im Moment vor dem Nichts.
Gemeinsam lesen, lernen, ankommen. Ahmad wünscht sich für seine Söhne, ein ganz normales Leben.
Foto: Timur Weber | pexels
Großer Traum: Schule
Hier in Wien besuchen die vier Buben jetzt zum ersten Mal in ihrem Leben regulär die Schule. Für Ahmad grenzt das an ein Wunder: „Ich will, dass meine Kinder sehen: Es gibt ein anderes Leben. Eines mit Schule statt Sirenen, mit Nachmittagen im Park statt Nächten im Keller.“ Heute lernen die Burschen wahnsinnig gerne. Neben dem Schulunterricht nehmen sie an intensiven Deutschkursen teil und bemühen sich so schnell wie möglich aufzuholen. Eine weitere großartige Neuigkeit ist, dass Ahmad vor kurzem seinen ersten Job in Österreich gefunden hat. Die Familie darf ankommen.
Damit Menschen wie Ahmad und seine Familie auch weiterhin an eine neue Zukunft glauben können, brauchen wir die Unterstützung unserer Community. Denn nur mit Spenden können wir geflüchteten Kindern, Frauen, Männern ein sicheres Zuhause ermöglichen, sie mit Lebensmitteln versorgen und ihnen den Zugang zu Deutschkursen sichern. Damit Flüchtlinge eine Chance haben!
*Zum Schutz unserer Klient*innen verändern wir die Namen und verwenden Symbolbilder.