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Frau hilft Kind im Rollstuhl

Engagiert für Kinder, abgelehnt vom System

Ayana hilft Kindern mit Behinderung – erst ehrenamtlich, dann fest angestellt. Doch bleiben soll sie nicht dürfen. Wie gehen wir als Gesellschaft mit Menschen um, die geben, obwohl ihnen selbst so viel genommen wurde?

Allein aus Äthiopien geflüchtet

„Wenn man ihr eine Chance gibt, wird sie sie nutzen.“ – So spricht ihre Betreuerin im Ute Bock Haus von Ayana*. Vor zwei Jahren kam die damals 24-Jährige aus Äthiopien allein in Österreich an. Wie so viele, die vor Krieg, Gewalt oder Bedrohung fliehen, spricht sie kaum über das, was sie erlebt hat. Sie ist vorsichtig, zurückhaltend, besonders Männern gegenüber wachsam – und gerade in ihrer Stille steckt eine ungeheure Stärke.

Kurz nach Ayanas Ankunft stellte sie einen Asylantrag und zog zu uns ins Ute Bock Haus, einen Ort, der Schutz und Raum zum Ankommen bietet. Doch ihr Antrag wurde in erster Instanz abgelehnt.

Einsatz für Kinder mit Behinderung

Was Ayana in dieser unsicheren Phase macht, beeindruckt. Denn sie hat sich nicht zurückgezogen. Direkt nach ihrer Ankunft begann sie ehrenamtlich in einem Pflegeheim für Kinder mit Behinderung zu helfen. Kinder, die Fürsorge, Geduld und Achtsamkeit brauchen. Eigenschaften, die Ayana von Anfang mitgebracht hat.

In Österreich dürfen Asylwerber*innen nur mit einer Beschäftigungsbewilligung des AMS arbeiten. Viele Arbeitgeber*innen schreckt der hohe bürokratische Aufwand und die Möglichkeit, dass Arbeitskräfte abgeschoben werden, vor einer Anstellung von Asylwerbenden ab.

Doch schon früh zeigte sich: Ayana ist mehr als eine engagierte Helferin – sie wurde ein unverzichtbarer Teil des Teams. So sehr, dass ihr Arbeitgeber eine Bewilligung für sie beantragte und sie ein Jahr lang in Teilzeit beschäftigen durfte. Jetzt hat ihr Arbeitgeber einen Antrag zur Verlängerung und Aufwertung auf eine Vollzeitstelle gestellt. Ein klares Zeichen: Ayana wird gebraucht und ist gewollt.

Abgelehnt – und nun?

Dass sie inmitten all der Ungewissheit nicht aufgegeben hat, sondern motiviert Deutsch lernt und bereits auf A2-Niveau spricht, zeigt ihre Entschlossenheit, Teil unserer Gesellschaft zu sein. Im Pflegebereich mangelt es an Fachkräften. Österreich braucht Menschen wie Ayana – mit Herz, Engagement und Verantwortungsgefühl.

Ihr Antrag auf Asyl wurde in erster Instanz abgelehnt. Ein Schwenk auf einen anderen Aufenthaltstitel, der ihr Arbeiten und Bleiben ermöglichen, ist im System nicht vorgesehen. Wie erklärt man einer jungen Frau, die arbeitet, lernt, hilft, dass sie hier keinen Platz haben soll? Ayana steht für so viele andere. Für all jene, die leise sind, aber Großes leisten.

Wir setzen uns mit der Rechtsberatung im Verein Ute Bock für Ayana ein. Wir unterstützen sie mit einem Wohnplatz, Lebensmitteln und Begleitung beim Ankommen. Wenn sie eine Chance bekommt, wird sie rasch auf eigenen Beinen stehen können.

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* Ayanas Namen haben wir zu ihrem Schutz verändert und ein Symbolbild verwendet.

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