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Foto von zerstörten Häusern

2 Jahre Ukraine-Krieg: Perspektiven & Hoffnung im Ute Bock Haus

„Wir dachten, dass das alles nur für kurze Zeit ist und wir bald zurückkehren können“, sagte unsere ehemalige Bewohnerin Katrina* uns bereits letztes Jahr. Nun ist wieder ein Jahr vergangen, der schreckliche Krieg in der Ukraine dauert weiter an. Wie geht es den ukrainischen Vertriebenen heute?

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine geht in das dritte Jahr. Was vor ein paar Jahren noch unvorstellbar war, ist trauriger Alltag geworden. Wir betreuen aktuell 74 Ukrainer*innen, seit Kriegsbeginn waren es schon über 100. Die Zweifel wachsen und neue Fragen entstehen: Kann ich je wieder zurück? Wie wird meine Zukunft aussehen? Die bürokratische Realität macht es für Ukrainer*innen schwer, sich eine stabile Zukunft aufzubauen: „Ich plane nicht zu weit in die Zukunft – Schritt für Schritt.“ sagte Kristina uns 2023.

Noch vor einem Jahr wollten die meisten unserer Klient*innen unbedingt zurück in ihre Heimat, sobald dieser grausame Krieg endlich vorbei ist. Mittlerweile hat sich das geändert, aus der zunächst provisorischen Situation entsteht Neues. Viele wollen hierbleiben: Sie sehen, wie sehr sich ihre Kinder in Wien verwurzelt haben, gestalten aktiv ihr neues Leben, lernen Deutsch, suchen langfristige Jobs. Sie bauen sich trotz aller Widrigkeiten ein Leben auf, sind seit mittlerweile Jahren Kolleg*innen, Nachbar*innen, Mitschüler*innen und Freund*innen. Damit haben sich auch die Aufgaben unserer Wohnbetreuung verändert, es stehen andere Dinge im Vordergund als noch vor zwei Jahren.

Nicht wenige der Ukrainer*innen, die wir betreuen, haben einen Job gefunden, einige sind bereits in eigene Wohnungen gezogen und leben unabhängig von zusätzlicher Unterstützung. Die gefühlte Aussichtslosigkeit auf der einen Seite wird zur greifbaren Perspektive auf der anderen.

Hoffnung auf Perspektive?

Ukrainer*innen haben in Europa derzeit einen Vertriebenenstatus, zeitlich begrenzt bis zum 4. März 2025. Die entsprechende jährliche Aufenthaltskarte unserer Klient*innen läuft nun schon wieder ab und muss verlängert werden. Ein bürokratischer Akt, der das Gefühl der Unsicherheit aber nur verstärkt.

Mit dem Vertriebenenstatus gehen ein paar Privilegien gegenüber Asylwerber*innen einher, doch perspektivisch macht er es den Ukrainer*innen schwer. Durch seine Begrenztheit wirkt er nicht als langfristiger Aufenthaltstitel wie zum Beispiel Asyl, und er bindet sie in der staatlichen Grundversorgung (GVS), die nicht für eine längere finanzielle Unterstützung gedacht oder geeignet ist. Das Armutsrisiko ist für Menschen in der GVS enorm.

Um wirklich ankommen zu können, brauchen Ukrainer*innen die Möglichkeit, sich aus ihrem provisorischen Status als Vertriebene ein nachhaltiges Leben aufbauen zu können.

Zusammen mit unseren Partner-Organisationen fordern wir deswegen, echte Perspektiven für unsere ukrainische Mitbürger*innen zu schaffen. Den offenen Brief zu dieser Forderung findet du hier:

*Name geändert

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