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Wohnen

(c)Timo Bogataj

Mit wenigen privat angemieteten Wohnungen begann Ute Bock vor über zehn Jahren mit ihrem Engagement für obdachlose Flüchtlinge. Mittlerweile umfasst das Wohnprojekt rund 130 Wohnungen für mehr als 450 Menschen. (Stand Februar 2012 vgl. Tätigkeitsbericht)

Rund 60 % der BewohnerInnen erhält keinerlei staatliche Unterstützung. Der Grund dafür ist die mangelhafte Umsetzung der Grundversorgung für AsylwerberInnen. Da der Staat seiner Verpflichtung nicht nachkommt, gibt es in Österreich nach wie vor viele Flüchtlinge, die von Obdachlosigkeit bedroht sind oder bereits auf der Straße leben. Für diese Menschen ist Frau Bock zugleich die erste Adresse und letzte Hoffnung.

Um das Wohnprojekt kümmern sich neben Frau Bock drei WohnbetreuerInnen. Ein Wohnbetreuer ist für das neue Haus in der Zohmanngasse zuständig und die zwei weitern WohnbetreuerInnen kümmern sich um jene Menschen die in den im gesamten Wiener Ballungsraum verstreuten Wohnungen untergebracht sind.  Die Menschen in den Wohngemeinschaften und Familienwohnungen sollen dabei die Möglichkeit haben, möglichst selbstbestimmt und eigenverantwortlich zu leben. Sie helfen mit, ihre Wohnungen zu renovieren und richten sie mit Möbeln aus Sachspenden selbst ein. Dieses Betreuungskonzept soll den BewohnerInnen das Gefühl vermitteln, nach einer oft langen Zeit der Flucht und Unterbringung in Flüchtlingslagern und -heimen wieder in eigenen vier Wänden leben zu können.

Die Miet- und Energiekosten muss der Verein aus Spendengeldern finanzieren - für die Fortführung ihres Wohnprojekts ist Ute Bock daher auf auf Unterstützung angewiesen.

Weitere Informationen zum Wohnprojekt sind unseren jährlichen Tätigkeitsberichten zu entnehmen.

Vorwürfe sind haltlos.

Der FSW hat die Überprüfung abgeschlossen, wie erwartet werden die Mietkostenzuschüsse für grundversorgte Flüchtlinge an uns fortgesetzt. Damit ist es offiziell, dass weder Ute Bock noch das Flüchtlingsprojekt sich an diesen Zahlungen bereichert haben. Frau Bock haben diese von einigen Medien hochgespielten Anschuldigungen sehr getroffen, daher ist sie sehr erleichtert, dass sich die Vorwürfe als völlig haltlos erwiesen haben. Mehr dazu können Sie im heutigen Standard nachlesen.

Aktuelle Zahlen aus dem Wohnprojekt

Am 22. November und am 9. November 2012 erschien im Kurier ein Artikel über unser Wohnprojekt. Aus aktuellem Anlass  möchten wir unseren UnterstützerInnen und InteressentInnen folgendes mitteilen:

Unser Wohnprojekt umfasst derzeit 140 Wohnungen und das Ute Bock Haus in der Zohmanngasse (Stand 29. November 2012). Diese Wohnungen werden dem Verein von UnterstützerInnen auf der Basis von Mietverträgen oder Prekariatsverträgen zur Verfügung gestellt.

Insgesamt sind rund 600 Menschen untergebracht. Rund 60 % der BewohnerInnen verfügen über kein eigenes Einkommen, der Wohnplatz wird ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt. Weiters gibt es 24 Familien und 32 Einzelpersonen die Grundversorgung erhalten und bei uns untergebracht sind. Diese Personen beziehen im Rahmen der Grundversorgungsvereinbarung  monatlich maximal 110 Euro Mietkostenersatz (Familien 220 Euro), die in das Projekt einfließen. Grundvoraussetzung für diesen Mietkostenersatz ist ein gültiger Mietvertrag.

Ungefähr ein Drittel der untergebrachten Menschen (subsidiär Schutzberechtige, anerkannte Konventionsflüchtlinge …) verfügt über ein eigenes Einkommen (Arbeitseinkommen, bedarfsorientierte Mindestsicherung, Arbeitslosenbezug) und zahlt je nach Möglichkeit einen freiwilligen, individuell vereinbarten Unterbringungsbeitrag. Dieser Betrag übersteigt die 110 Euro/220 Euro analog der Grundversorgung mittels Prekariatsvertrag zur Verfügung gestellten Wohnung jedoch nicht.

Für das Wohnprojekt fallen jährlich Miet-, Energie- und Reparaturkosten in der Höhe von rund 660.000 Euro an. Ein Dach über den Kopf alleine reicht nicht aus, daher belaufen sich die zusätzlichen Ausgaben für die Versorgung mit Nahrung, Kleidung und Medikamenten auf 230.000 Euro jährlich. Dem gegenüber stehen jährliche Einnahmen in der Höhe von 80.000 Euro Mietkostenersatz im Rahmen der Grundversorgung. Der Hauptanteil von 580.000 Euro wird von privaten SpenderInnen getragen, wofür wir Ihnen zutiefst dankbar sind.

Weitere Informationen können Sie gerne in unseren Tätigkeitsberichten nachlesen!